Dr. Martin Kronenberg

Kriegswahrzeichen der Firma G. Glasmachers

Im Kapitel ‚Nagelungen in Schulen‘ ist bereits detailliert auf die Nagelung von Kriegswahrzeichen der Schulwandtafelfabrik G. Glasmachers in Schulen während des Ersten Weltkriegs eingegangen worden.

Durch den Aufruf des Essener Vereins „Jugendspende für Kriegerwaisen e. V.“ an die deutsche Lehrerschaft im Mai 1916 wurden schulische Nagelaktionen zu einer Massenbewegung. Der Verein hatte von der nach Entwürfen der Akademieprofessoren Körner, Ederer und Huber (später kamen weitere hinzu) Kriegswahrzeichen in Form von Nagelschilden herstellen durch die Firma G. Glasmachers herstellen lassen. Sie wurden den Schulen in Deutschland zusammen mit einer Anleitung, einem Hammer, einem Vorlocher und einem Nagelkasten mit den benötigten Nägeln kosten- und portofrei unter der Bedingung zur Verfügung gestellt, „dass der dadurch erzielte Erlös (dem Verein) überwiesen wird, der nach Abzug der Selbstkosten unverkürzt den Kriegswaisen zugutekommt“.

Auch die zweite große Hilfsaktion der Lehrerschaft, der am 24. Juni 1916 in Berlin gegründete „Jugenddank für Kriegsbeschädigte e. V.“, warb für die Nagelung von Kriegswahrzeichen in Schulen und stellte ihnen Nagelschilde der Firma Glasmachers zur Verfügung. In einer 34 Seiten umfassenden Werbebroschüre wurden 28 verschiedene Kriegswahrzeichen aufgeführt: 15 allgemeine Nagelschilde, 6 Schilde, die auch mit Gedenkinschriften für gefallene Lehrer angeboten wurden, und 7 Spruchschilde.

Es waren aber nicht nur Schulen, die die Nagelschilde der Firma Glasmachers benagelten, sondern auch Gemeinden, Vereine, Kirchengemeinden u. a. stellten solche Kriegswahrzeichen zur Benagelung auf. Beispielsweise wurde im Jahre 1917 aus Anlass des 400jährigen Reformationsjubiläums ein ‚Reformationsschild‘ für die evangelischen Kirchengemeinden hergestellt (s. Abbildung).  Um auch diese Nagelungen zu erfassen, soll hier gesondert auf die Nagelungen der Schilde, die die Schulwandtafelfabrik Gottfried Glasmachers hergestellt hatte, eingegangen werden.

In der Zeit des Nationalsozialismus belieferte die Firma Glasmachers in großem Stil die Hitlerjugend, Schulen und andere Institutionen mit ähnlichen Nagelschilden. Die meisten hatten als Motiv die Hitlerjugend-Raute (siehe Abbildung ), aber auch Schilder mit dem Reichsadler waren weit verbreitet (s. Abbildung ).  

Katalog des Vereins "Jugendspende"

Spendenurkunden (Formulare)

 

Abbildung 1a: Eisernes Kreuz (71 cm Durchmesser; Maximalerlös: 103,66 Mark; ca. 3500 Nägel)

 

Abbildungen 1 b-c : benagelte Schilde

 

Abbildungen 1 d-h.: benagelte Schilde

 

 Abbildung 2a: Eisernes Kreuz mit Lorbeerkranz (Durchmesser: 71 cm)

 

Abbildungen 2b (unvollständig benagelt) u. 2c (vollständig benagelt)

 

Abbildung 3a: Eisernes Kreuz mit Strahlenkranz

 

Abbildungen 3 b u. 3c: benagelte Schilde; Bildrechte/ -herkunft zur Abbildung 3b: Museum Weissenfels – Schloss Neu Augustenburg

Anmerkung: Bei diesem Schild ist die Umschrift “Noch nie wurde Deutschland besiegt, wenn es einig war”

durch ein Ornament ersetzt worden.

 

Abbildung 4a: christliches Kreuz mit Dornenkranz (Größe 73 cm x 73 cm)

 

Abbildung 4b: vollständig benagelter Schild; Bildrechte: Thomas Hoetgen (Bad Münstereifel)

Abbildung 5a: Helm

 

Abbildungen 5b-d: benagelte Schilde; Bildrechte Abb. 5b: Römer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim

 

Abbildung 6a: Schlange und Schwert

 

Abbildungen 6b-e: benagelte Schilde; Bildrechte von Abb. 1: Museum Bitterfeld

 

Abbildung 7a: Adlerkopf mit Schlange

 

Abbildungen 7b-f: benagelte Schilde; Bildrechte der Abb. 7b Stadtarchiv Bad Oeynhausen; 

Foto: Greta Schüttemeyer, LWL-Medienzentrum für Westfalen); Bildrechte der Abb. 7e u. f: André Kenne

Anmerkung: Der Adler wurde sowohl schwarz (Abb. 7a) als auch weiß (Abb. 7b) benagelt.

  

Abbildung 8a: Adler auf Felsen im Meer (Größe: 57 cm x 83 cm)

 

Abbildungen 8b-e: benagelte Schilde; der linke Schild ist in der ehemaligen Dorfschule in Zeeke benagelt worden und befindet sich heute im Museum in Clenze; die Abb. 8 d u. e stammen von André Kenne.

 

Abbildung 9a: Löwe I (rot)

 

Abbildung 9b: benagelter Schild

 

Abbildung 10a: Löwe II (bayrisch-blau)

 

Abbildung 10a: benagelter Schild

 

Abbildung 11a: Flugzeug

 

Abbildung 12 a: Wikingerschiff (Größe 73 cm x 73 cm)

 

Abbildung 13a: Kriegsschiff 'Möve'

 

Abbildungen 13 b-d: benagelte Schilde; 13c u. d: Vorder- und Rückseite eines Schildes

  

Abbildung 14: Füllhorn

 

Abbildung 15 a: U-Boot

 

Abbildung 15b: benagelter Schild

 

Abbildung 16a: Krone

 

Abbildungen 16 b-c: benagelter Schild mit Rückseite

 

Abbildung 17a: Doppeladler (Größe 44 cm x 44 cm)

 

Abbildungen 17b-g: benagelte Schilde; 17-b, d, e und g gehören zum gleichen Schild.

 

Abbildung 18: Kreuz mit vier Adlern

 

Abbildung 19a: Jugenstilkopf

 

Abbildungen 19b-d: benagelte Schilde; Bildrechte/ -herkunft: Museum Weissenfels – Schloss Neu Augustenburg /linkes Bild)

 

Abbildung 20: Handgranatenwerfer

 

Abbildung 21a: betender Soldat

 

Abbildung 21b: benagelter Schild

 

Abbildung 22: Krone und Kreuz

 

Abbildung 23: Schwert mit Baum; es konnte nicht geklärt werden, ob der Schild, der in der höheren Mädchenschule Alzey benagelt worden ist, tatsächlich von der Firma Glasmachers hergestellt worden ist.

Abbildung 24: Gedenkschild I (fünfarmiger Leuchter mit Schwert)

 

Abbildung 25a: Gedenkschild (Kreuz mit Helm)

 

Abbildungen 25b-j: benagelte Schilde

  

Abbildung 26: Spruchschild I

 

Abbildung 27: Spruchschild II

 

Abbildung 28: Spruchschild III

 

Abbildung 29: Spruchschild IV

 

Abbildung 30: Spruchschild V

 

Abbildung 31: Spruchschild VI

 

Abbildung 32a: Spruchschild VII 

 

Abbildung 32b: benagelter Schild

 

Schild zum 400jährigen Reformationsjubiläum am 31. Oktober 1917

Abbbildung 33a: Bibel und Schwert

 

Abbildungen 33 b-d: benagelte Schilde; die rechte Abbildung stammt aus der Sammlung 'Frank Henschel' (Forst Sakro)

 

Kriegswahrzeichen aus der Zeit des Nationalsozialismus

Abbildungen 34a-d: Hitlerjugend-Schild (Höhe: 70 cm)

 

Abbildung 35: Reichsadler (Größe: 58 cm x 58 cm); der Schild wurde vermutlich von der Firma Glasmachers hergestellt.